Häufige Fragen

Was, wenn ich nicht merke, dass die Wehen einsetzen! Wie soll ich das merken, ohne jegliches Gefühl?

Beobachten Sie Ihren Körper bereits früh in der Schwangerschaft genau. Geburtswehen unterscheiden sich von Braxton-Hicks-Kontraktionen, da sie in regelmäßigen Abständen kommen. Achten Sie auf andere Signale Ihres Körpers, wie etwa steigenden Blutdruck, Atembeschwerden, Veränderungen der Spastik oder Unwohlsein. Wenn Fruchtwasser abgeht, ist das ein sicheres Zeichen. Wenn Sie an einer vollständigen Lähmung oberhalb von Th10 leiden, kann es sein, dass Sie bei der Geburt keine Schmerzen empfinden. Jedoch spüren die meisten Frauen mit QSL, dass irgendetwas in ihrem Körper passiert.

 

Warum sollte man Harnwegsinfektionen während der Schwangerschaft unbedingt vermeiden?

Normalerweise wird eine Harnwegsinfektion bei Frauen, die nicht schwanger sind nur behandelt, wenn Symptome auftreten. Bei schwangeren Frauen steigt jedoch durch eine symptomlose Infektion das Risiko einer Frühgeburt. Der Grund dafür ist, dass in der Schwangerschaft die Harnwegsinfektion häufig über die Harnleiter zurück in die Niere wandert, und dort eine Infektion verursacht. Bei einer Niereninfektion werden Entzündungsstoffe in der Bauchhöhle freigesetzt, die vorzeitige Wehen auslösen können. Daher sind häufige Urinproben im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen wichtig, um mögliche Infektionen frühzeitig festzustellen und zu vermeiden.

 

Warum sollte man sich Schmerzmittel geben lassen, obwohl man keinen Schmerz empfindet?

Menschen mit einer QSL oberhalb von Th6-8 können möglicherweise an einer autonomen Dysreflexie erkranken. Diese Krankheit wird durch schmerzhafte Reize unterhalb der Läsionshöhe ausgelöst, wie etwa eine Überdehnung der Blase, Druck, Verstopfung, eine Haut- oder Nagelentzündung und enge Kleidung. AD kann zu einem starken Anstieg des Blutdrucks führen. Zu den Symptomen zählen pochender Kopfschmerz, Hautrötungen oberhalb der Läsionshöhe, Übelkeit, Herzrhythmusstörungen und Sehstörungen. Eine Geburt zählt zu den Hauptauslösern von autonomer Dysreflexie, aber durch die Verabreichung von schmerzlindernden Medikamenten (Epiduralanästhesie) unterhalb der Läsionshöhe, kann AD vermieden werden.

 

Ist im Falle einer QSL ein Kaiserschnitt zu bevorzugen, weil er kontrollierter abläuft?

Normalerweise kann eine Frau mit Querschnittlähmung vaginal gebären, sofern keine Komplikationen während der Schwangerschaft oder der Geburt auftreten. Vor der Entbindung muss ein Arzt beurteilen, ob eine vaginale Geburt möglich ist. Mögliche Hindernisse sind schwere Spastik, eine Verknöcherung der Weichteile rund um die Gelenke unterhalb der Läsionshöhe (heterotrope Ossifikation) oder Hüftgelenkskontrakturen.  Eine vaginale Geburt ist jedoch normalerweise zu bevorzugen, da sie weniger invasiv ist.
Wehen und Geburt können von kürzerer Dauer und weniger schmerzhaft sein, da die Körpermuskulatur kaum Widerstand leistet. Die Gebärmutter wird von einem autonomen Nervensystem gesteuert. Das bedeutet, dass die Nervenimpulse in der Gebärmutter nicht vom zentralen Nervensystem im Rückenmark, sondern einem anderen, unabhängigen Teil des Nervensystems gesteuert werden. Daher kann eine Frau mit Querschnittlähmung ohne willentliche Muskelkontraktionen gebären. Wenn die Bauchmuskulatur nicht aktiv genug ist, um das Baby herauszupressen, gibt es andere Möglichkeiten den Geburtsvorgang zu unterstützen, beispielsweise mithilfe einer Saugglocke.  Eine vaginale Geburt ist zu bevorzugen, da ein Kaiserschnitt ein komplexer, chirurgischer Eingriff ist, der eine Wunde im Bauchbereich hinterlässt, die Zeit zum Heilen benötigt. Zudem ist es für viele Frauen ein sehr eindrückliches Erlebnis, wenn sie auf natürlichem Wege gebären können.

 

Wie kann ich «normal» gebären, wenn ich nicht pressen kann?

Die Gebärmutter wird vom autonomen Nervensystem gesteuert. Das bedeutet, dass die Nervenimpulse in der Gebärmutter nicht vom zentralen Nervensystem im Rückenmark, sondern einem anderen, unabhängigen Teil des Nervensystems gesteuert werden. Daher kann eine Frau mit QSL ohne willentliche Muskelkontraktionen gebären. Die Gebärmutter funktioniert selbständig, daher können sogar bewusstlose Frauen komplikationslos vaginal gebären. Wenn Ihre Muskelkraft nicht ausreicht, um in der Endphase der Geburt zu pressen, kann Ihr Geburtshelfer die Geburt mithilfe einer Saugglocke oder Geburtszange unterstützen.